Wo ist die Zeit nur hingegangen?

Juli 2019, Masha Strupler

Ich erinnere mich - wie wenn es gestern gewesen wäre - wie nervös ich bei meinem ersten Arbeitstag war. Ich hatte eine turbulente Nacht hinter mir, in der ich mir alles Mögliche ausmalte, was auf mich zukommen könnte. Es schwirrten lauter Fragezeichen in meinem Kopf herum. Vor allem beschäftigten mich die Fragen "wird mich mein Team mögen?" und "werde ich mich mit den anderen Lernenden verstehen?".  

Als es dann soweit war und meine Mitlernenden und ich auf die Station begleitet wurden, begrüssten uns dort alle sehr herzlich. Es gab einiges zu sehen und wir lernten viele neue Menschen kennen. Ich war in einer neuen Welt angekommen. Nach dem ersten Arbeitstag hatte ich Zuhause viel zu erzählen. Ich wollte meiner Mutter, mit Vorbehalt des Datenschutzes, alles bis ins kleinste Detail berichten.

Mittlerweile sind fast zwei Jahre vergangen, ich bin nun im 4. Semester meiner Ausbildung und frage mich, wohin die Zeit bloss so schnell verflogen ist. Meine anfänglichen Befürchtungen haben sich in Luft aufgelöst. Ich fühle mich super wohl in meinem Team und unter meinen Mitlernenden fand ich Freundinnen fürs Leben. In den vergangenen eineinhalb Jahren konnte ich vieles dazulernen und ich finde, dass ich mich persönlich auch enorm weiterentwickelt habe.

In den vier Monaten, in welchen ich ein Pflichtpraktikum in einem Alters- und Pflegeheim machen durfte, arbeitete ich mit einer komplett anderen Generation zusammen, was mich wiederum viel Neues gelehrt hat. Während dieser Zeit merkte ich aber, dass mir die Arbeit in der Psychiatrie besser gefällt. Das Dahinleben der älteren Menschen im Pflegeheim hat mir sehr zu schaffen gemacht. Denn oftmals blieb die Aktivierung der Patienten auf der Strecke, weil einfach die Zeit dazu fehlte.

Nun bin ich aber zurück in der Psychiatrie und auf einer neuen Station angekommen. Langsam mache ich mir schon Gedanken, wie ich nach Abschluss der Lehre als Fachfrau Gesundheit weiterfahren möchte. Ich habe gesehen, dass mir viele Türen offenstehen werden.

Mittlerweile ist der Arbeitsalltag Routine für mich geworden und ich schätze den tagtäglichen Patientenkontakt sehr. Derweil finde ich, ich habe die richtige Berufswahl für mich getroffen und auch einen tollen Arbeitgeber gefunden. Ich würde mich jederzeit wieder für den Beruf Fachfrau Gesundheit entscheiden. Ich kann auf den Stationen meine Kompetenzen erweitern und meinen Wissensdurst stillen.

Man sagt ja immer, man hat nie ausgelernt. Dies bewahrheitet sich für mich tagtäglich, da ich immer wieder Neues dazulerne. Manchmal belehren mich auch meine Patienten, was ich sehr spannend finde, da alle Menschen einen anderen Wissensstand besitzen und verschiedene Dinge im Laufe ihres Lebens erlernt haben.

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Masha Strupler

Masha Strupler befindet sich im dritten Ausbildungsjahr zur Fachfrau Gesundheit in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, am Standort Rheinau. Für puls-berufe.ch erzählt sie aus ihrem Arbeitsalltag und berichtet von den Herausforderungen und den schönen Momenten, die dieser Beruf mit sich bringt.