So wenig Chemie wie möglich, so viel Chemie wie nötig!

März 2018, Parisa Abdulghani

Medikamente, wer nimmt sie schon gern? Nicht selten sehe ich, wie sich unsere Klienten die Augen zusammenkneifen, während sie die Tabletten schlucken. Viele von uns können sich gar nicht vorstellen, wie es sein muss, jeden Tag 5 oder mehr Tabletten einzunehmen. Wenn man das auf einen Monat hinausrechnet wären es 150 oder mehr Tabletten. Das ist unfassbar, oder?

Es gibt viele Krankheitsbilder, welche mit chemisch-synthetisch hergestellten Medikamenten behandelt werden müssen, jedoch könnten wir einem Eisenmangel, Calciummangel oder ähnlichem mit bewusster Ernährung oft bestens entgegenwirken.

Natürlich kann ich während der Arbeit nicht einem Klienten sagen, dass er die verordneten Medikamente nicht einnehmen soll. Der Arzt verschreibt die Medikamente nämlich nicht grundlos. Jedoch kommen Hausmittel auch in meinem Arbeitsalltag zum Einsatz. Wenn ein Klient oder eine Klientin beispielsweise an Verstopfung (Obstipation) leidet oder genau im Gegenteil an Durchfall (Diarrhoe), dann rufen wir nicht gleich den Hausarzt an, sondern greifen zu alternativen Behandlungsmethoden, die guten alten Hausmittel. Oft kennen sich die Betroffenen besser mit Hausmittel aus als wir, da sie auch ein wenig mehr Lebenserfahrung haben. Ich habe einer Klientin einmal erzählt, dass ich während dem Wochenende an Magenbeschwerden litt und sie empfahl mir beim nächsten Mal Kartoffelsaft zu trinken, den dieser soll gegen Sodbrennen und Aufstossen helfen.

Gegen Halsschmerzen sollen bekanntlich Kräutertees helfen, deshalb mache ich bei Erkältungen den Klienten gerne auch mal einen Tee und gegen die verstopften Atemwege lasse ich sie Wasserdampf mit natürlichem Zusatz inhalieren.

Nun zum wahrscheinlich unbeliebtesten Heilmittel, die Zwiebel. Die Zwiebel wirkt antibakteriell, antimikrobiell, blutbildend, blutzuckersenkend, entzündungshemmend, harntreibend, herzstärkend, krampflösend, magenanregend und schleimlösend. Außerdem wirkt sie vorbeugend gegen altersbedingte Gefäßkrankheiten und Tumorleiden sowie Osteoporose (häufige Alterserkrankung des Knochens, die ihn anfällig für Brüche macht). Nicht umsonst schwärmen unsere Klienten und Klientinnen also immer von der Zwiebel als Naturheilmittel.

Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass meine Klienten bzw. Klientinnen auf Hausmittel viel positiver reagieren, als auf chemisch-synthetisch hergestellte Medikamente. Jedoch gibt es auch solche, welche nichts von Naturheilmitteln halten und deshalb auch nichts davon wissen möchten.

Ich bin überhaupt nicht gegen chemisch-synthetisch hergestellte Medikamente, trotzdem bin ich aber der Meinung, dass man sich zweimal überlegen sollte, ob man nun unbedingt ein Dafalgan nehmen muss oder ob es auch eine Alternative gibt. Was meint ihr?

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Parisa Abdulghani

Parisa Abdulghani befindet sich im 2. Lehrjahr als Fachfrau Gesundheit bei Spitex Zürich Sihl. Was sie während ihrer spannenden Ausbildung erlebt, welche persönlichen Erfahrungen sie macht und was sie beschäftigt, erzählt sie im PulsBlog.