Mein erstes Lernjournal

Februar 2019, Qendresa Gemoli

"Was ist überhaupt ein Lernjournal?" stellte ich mir am Anfang die Frage. Ich dachte mir, dass ich mein Erlerntes wie in einem Bericht dokumentieren werde. Mit meiner Vermutung lag ich gar nicht so falsch.

Meine Berufsbildnerin informierte mich darüber, dass ich heute versuchen sollte, ein Lernjournal zu schreiben und erklärte mir das Vorgehen. Bei uns im Haus ist es so geregelt, dass man als FaGe Lernende zweimal im Monat ein Lernjournal schreiben muss, dieses der Berufsbildnerin vorlegt und von ihr dann eine Rückmeldung erhält. Ziel ist die Reflektion der Kompetenzen, die während der Ausbildung zu erlernen sind. Ich bin jeden Dienstag eingeteilt und habe jeweils zwei Stunden Zeit zu Verfügung. Die eine Stunde benötige ich für das Lernjournal, die andere um die Theorie der Kompetenzen nachzulesen, was ich machen muss, was für Fähigkeiten man dafür braucht oder welche Haltung gefordert ist etc.

Also versuchte ich mein erstes Lernjournal zu schreiben. Ich ging ins "epak", das ist das System wo alle meine Daten sind und versuchte mir einen Überblick zu schaffen. Ich überlegte mir zuerst über was ich schreiben könnte und entschied mich für die Kompetenz "Wahrnehmen hauswirtschaftlicher Aufgaben". Zu jeder Kompetenz gibt es ein Fallbeispiel, welches man mit der eigenen Erfahrung vergleichen soll. Grosse Unterschiede zwischen meinem Erlernten und dem Fallbeispiel gab es nicht. Einzig, dass die Person im Fallbeispiel in der Spitex arbeitet, und dadurch viel mehr hauswirtschaftliche Aufgaben zu erledigen hat als ich in einem Alterszentrum. Zu ihren Aufgaben gehörte vermehrt Wäsche waschen, kochen oder den Haushalt führen.

Anschliessend legte ich gleich mit dem schreiben los. Ich erklärte, wie ich vorgegangen bin, warum habe ich das so gemacht habe und wie es meiner Meinung nach noch besser sein könnte. Danach musste ich noch bestimmte Punkte notieren, bezüglich meiner Haltung und wie ich meine Fähigkeiten bei der bewältigten Situation beurteile. Ich hatte es mir viel schwieriger vorgestellt, es ist jedoch wie bei allem, je mehr man schreibt, desto besser wird man. Durch die Reflektion meiner Arbeit werde ich zukünftig verbessern, was ich noch nicht so gut gemacht habe.

Nach wenigen Tagen hat mir meine Berufsbildnerin eine Rückmeldung geschrieben. Sie war begeistert, worüber ich sehr froh war. Sie hat mir auch Verbesserungsvorschläge unterbreitet, wie zum Beispiel, dass ich bei dieser bestimmten Bewohnerin viel mehr Ressourcen fördern kann, oder was für Hilfsmittel für sie geeignet sind. Ich finde das hat mir sehr weitergeholfen. Nun kann ich immer wieder mein geschriebenes Lernjournal rauspicken und es nochmals durchlesen, wenn ich mir mal nicht sicher bin.

Ich finde das Lernjournal eine tolle Möglichkeit sein erworbenes Wissen festzuhalten und zu reflektieren. Dazu erhält man noch Rückmeldungen und Vorschläge worüber ich sehr froh bin, weil jeder Tipp von jemandem mich weiterbringt.

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Qendresa Gemoli

Qendresa Gemoli befindet sich im 1. Lehrjahr als Fachfrau Gesundheit Im Alterszentrum St. Peter und Paul Zürich. Warum sie sich für eine Ausbildung im Gesundheitswesen entschieden hat und wie sie die Arbeit in der Langzeitpflege erlebt, erzählt sie im PulsBlog.