Die forensische Psychiatrie

Februar 2020, Masha Strupler

Die forensische Psychiatrie ist ein Teilgebiet der Psychiatrie, das sich mit der Begutachtung, der Behandlung und der Unterbringung von psychisch erkrankten Straftätern befasst. Im engeren Sinn befasst sich die forensische Psychiatrie mit Fragen, die von Gerichten und Behörden im Gebiet der Psychiatrie gestellt werden. Gutachten in der forensischen Psychiatrie haben eine größere Bedeutung als in anderen medizinischen Fachgebieten, weil ihnen freiheitsentziehende Massnahmen folgen können. Die gutachterliche Beurteilung befasst sich bevorzugt mit den Voraussetzungen der Schuldfähigkeit von Straftätern.

Vor einigen Wochen habe ich den letzten Schritt meiner Ausbildung gewagt und bin in eine vollkommen neue Welt der Psychiatrie eingetaucht. Ich verbringe nämlich die letzten zwei Semester meiner Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit auf einer geschlossenen forensischen Station. Ich hatte anfangs keine Ahnung was mich hier erwarten wird. Doch wir erhielten eine interne Schulung zum Themas „Forensische Psychiatrie“, bei welcher wir eine Menge Informationen bezüglich dem Alltag und der Bedeutung der Forensischen Psychiatrie bekamen. Ich hatte ziemlichen Bammel vor dem ersten Arbeitstag und machte mir so einige Gedanken darüber, wie es wohl auf der neuen Station sein würde.

Als es dann soweit war, wurde ich auf der Station herzlich begrüsst und in Empfang genommen. Ich wurde den Teammitgliedern vorgestellt und konnte mich den Patientinnen und Patienten selber vorstellen. Dabei habe ich viele neue Eindrücke erhalten und mir wurden einige Informationen mitgeteilt. Ich bin an meinem ersten Tag viel mit den Patienten in Kontakt getreten und freue mich darauf sie und auch ihren Lebensweg besser kennen zu lernen.

Mein Fazit nach dem ersten Tag war überwältigend. Der ganze Tagesablauf und meine Kompetenzen waren völlig neu und ich wusste, ich habe einen langen Weg vor mir, bis ich routiniert auf der neuen Station arbeiten kann.

Mittlerweile sind einige Wochen vergangen und ich fühle mich nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr wohl auf der Station. Ich konnte die Patientinnen und Patienten kennen lernen und in der neuen Tagesstruktur Sicherheit und Routine gewinnen. Mir wurden einige weitere Kompetenzen frei gegeben und ich kann vieles selbstständiger auch mit den Patienten machen. Vor allem das Aktivieren der Patientinnen und Patienten steht für mich im Mittelpunkt. Ich habe gelernt, auch mal nur mit einen Film mit einem Patienten zu schauen, denn aktivieren ist auch wenn Patienten merken, dass ich aktiv auf der Station und auch im Austausch mit ihnen bin.

Ich freue mich auf den weiteren Verlauf dieses Ausbildungsjahres und auf tolle Erlebnisse mit den Patientinnen und Patienten.

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Masha Strupler

Masha Strupler befindet sich im dritten Ausbildungsjahr zur Fachfrau Gesundheit in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, am Standort Rheinau. Für puls-berufe.ch erzählt sie aus ihrem Arbeitsalltag und berichtet von den Herausforderungen und den schönen Momenten, die dieser Beruf mit sich bringt.