Mein Weg von der Kauffrau zur Fachfrau Gesundheit

Oktober 2017, Afrdita Shala

Als es im Jahr 2013/2014 soweit war, eine Lehrstelle zu suchen, war für mich meine Entscheidung schon recht klar: Ich wollte eine Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit absolvieren. Meine Eltern wollten jedoch, dass ich einen anderen Beruf ausübe, da sie der Meinung waren, die Pflege sei nichts für mich. Da mir die Meinung und Sichtweise meiner Eltern sehr wichtig war, liess ich mich darauf ein und ging in anderen Berufen schnuppern.

Nachdem ich mich an mehreren Orten für eine kaufmännische Ausbildung (KV) beworben hatte, bekam ich ziemlich schnell eine Einladung für ein Schnupperpraktikum, das ich dann auch absolvierte. Die Schnuppertage verliefen sehr gut und ich dachte danach wirklich, dass ich mich in dem Beruf sehen könnte. Die Bewerbungen zur Fachfrau Gesundheit liefen gleichzeitig und auch hier erhielt ich mehrere Zusagen. Ich war hin und her gerissen, da ich mich entscheiden musste. Ich war wortwörtlich in einem riesigen Dilemma. Da meine Geschwister alle in der Gesundheitsbranche tätig sind, motivierten sie mich, dort einzusteigen. Dennoch waren meine Eltern fest entschlossen, dass ich eine kaufmännische Ausbildung machen sollte und für diese entschied ich mich dann auch.

Als ich die Ausbildung zur Kauffrau begann, war ich anfangs sehr zufrieden. Doch mit der Zeit kamen die Probleme. Ich war nicht motiviert, ich fühlte mich in meinem Lehrbetrieb nicht wohl. Es war nicht die Freude, die mich dorthin trieb, sondern das Muss. Jeder Tag fühlte sich gleich an, die gleichen Tätigkeiten, die gleichen Zeiten. Es wiederholte sich, als würde jemand ständig auf «Replay» drücken.

Als ich mit dem Gedanken spielte, meine Lehre als Kauffrau abzubrechen, war das für alle ein Schock. Dennoch kam ich nach neun Monaten zum Entschluss, dass ich nicht etwas machen kann, das mir keine Freude bereitet. Ich brach die Ausbildung ab. Es war sehr schwer für mich, da ich mich schlecht fühlte und ich mich fragte, warum ich mich nicht von Anfang an für eine Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit entschieden hatte.

Ich bewarb mich erneut für die Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit und bekam die Lehrstelle in einem Pflegezentrum der Stadt Zürich. Die Pflegezentren waren mir bekannt, da zwei meiner Schwestern auch die Ausbildung in einem Pflegezentrum absolvierten.

Nun stehe ich in meinem dritten und letzten Ausbildungsjahr zur Fachfrau Gesundheit. Die Zeit verging im Flug und es könnte nicht besser laufen. Ich bereue den Entscheidung, meine Ausbildung gewechselt zu haben, kein bisschen. Letztendlich bin ich froh, konnte ich kaufmännische Erfahrung sammeln und mit gutem Gewissen sagen, dass ich in die Pflege gehöre. Auch in der Pflege, gibt es immer wieder die gleichen Tätigkeiten, die man verrichten muss. Dennoch bringt jeder Tag etwas Anderes und man geht jeden Tag mit neu gelerntem Wissen und neuen Erlebnissen nach Hause.

Die Erfahrung, die meine Ausbildung im Gesundheitswesen mit sich bringt, hat mich geprägt und ich bin umso gespannter, wo mich mein letztes Ausbildungsjahr hinführen wird.

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Afrdita Shala

Afrdita Shala befindet sich im 3. Lehrjahr als Fachfrau Gesundheit Im Pflegezentrum Gehrenholz. Warum sie sich für eine Ausbildung im Gesundheitswesen entschieden hat und wie sie die Arbeit in der Langzeitpflege erlebt, erzählt sie im PulsBlog.